Die zehn wichtigsten Einstellungen für ein seniorengerechtes Smartphone sind: größere Schrift, höherer Anzeigekontrast, lauterer Klingelton mit Vibration, vereinfachter Startbildschirm mit wenigen großen Symbolen, Notfallkontakt auf dem Sperrbildschirm, automatische Updates, Werbe- und Abo-Sperre beim Mobilfunkanbieter, Standortdienste, automatische Fotosicherung und eine eingerichtete Videotelefonie.

„Das Ding ist mir zu kompliziert.“ In den meisten Fällen ist nicht das Gerät zu kompliziert, sondern die Voreinstellung falsch. Ein Smartphone wird ab Werk für junge Augen und schnelle Finger eingerichtet – und lässt sich mit einer knappen Stunde Arbeit grundlegend verändern.

Diese zehn Einstellungen machen in der Praxis den größten Unterschied. Sie funktionieren auf Android-Geräten und iPhones gleichermaßen, auch wenn die Menüs unterschiedlich heißen.

1. Schrift und Anzeige vergrößern

In den Einstellungen unter „Anzeige“ gibt es zwei Regler, die oft verwechselt werden: Schriftgröße ändert nur den Text, Anzeigegröße vergrößert zusätzlich Symbole und Schaltflächen.

Beide gehören hochgestellt. Der zweite Regler wird fast immer übersehen und ist der wirksamere von beiden – größere Schaltflächen bedeuten weniger Fehlgriffe.

2. Kontrast erhöhen

In den Bedienungshilfen finden Sie eine Option für erhöhten Kontrast oder fetten Text. Sie macht hellgraue Schrift auf weißem Grund – die Modeerscheinung der letzten Jahre – wieder lesbar, besonders draußen bei Tageslicht.

3. Klingelton hörbar machen

Drei Dinge zusammen: Lautstärke auf Maximum, Vibration zusätzlich einschalten und einen tiefen, langsamen Klingelton wählen.

Warum tief besser ist

Im Alter lässt das Hörvermögen zuerst in den hohen Frequenzen nach. Die modernen, dezenten Klingeltöne liegen genau dort. Ein tiefer, kräftiger Ton wird deutlich zuverlässiger wahrgenommen – oft der einzige Grund, warum Anrufe „nicht ankommen“.

4. Startbildschirm aufräumen

Vierzig Symbole auf drei Seiten sind eine Zumutung. Auf den ersten Bildschirm gehören nur die Apps, die wirklich täglich gebraucht werden – meist fünf bis sieben:

  • Telefon
  • Nachrichten
  • WhatsApp oder ein anderer Messenger
  • Kamera
  • Fotos
  • Videotelefonie

Alles andere kommt auf eine zweite Seite oder in einen Ordner. Vorinstallierte Apps, die nie genutzt werden, lassen sich meist deaktivieren.

5. Wichtige Kontakte als Favoriten

Kinder, Enkel, Hausarzt und Nachbarn als Favoriten markieren. Auf vielen Geräten lässt sich ein Kontakt sogar als eigenes Symbol auf den Startbildschirm legen – ein Tipp auf das Foto der Tochter, und es klingelt bei ihr.

6. Notfallkontakt auf dem Sperrbildschirm

Unter „Notfallinformationen“ lassen sich eine Kontaktperson sowie Angaben zu Medikamenten, Allergien und Blutgruppe hinterlegen. Diese Informationen sind auch bei gesperrtem Bildschirm abrufbar.

Rettungskräfte wissen, wo sie danach suchen. Es kostet fünf Minuten und kann im Ernstfall entscheidend sein.

7. Drittanbietersperre einrichten

Die wichtigste Einstellung überhaupt – und sie liegt nicht im Handy, sondern beim Mobilfunkanbieter. Die Drittanbietersperre verhindert, dass fremde Anbieter über die Handyrechnung abbuchen können.

Kostenlos und wirksam

Ein versehentlicher Tipp auf eine Werbeanzeige, und plötzlich läuft ein Abo für 4,99 € pro Woche über die Mobilfunkrechnung. Die Drittanbietersperre schließt diesen Weg vollständig. Sie ist kostenlos und wird per Anruf oder im Kundenkonto beantragt.

8. Automatische Updates einschalten

Sicherheitsupdates sollten von allein kommen, am besten nachts im WLAN. Ein Handy, das seit zwei Jahren keine Updates bekommen hat, ist ein offenes Scheunentor – gerade wenn Bankgeschäfte darauf laufen.

9. Automatische Fotosicherung

Handys gehen verloren, fallen ins Wasser und werden gestohlen. Mit der automatischen Sicherung von Google Fotos oder iCloud sind die Bilder auch dann noch da. Das ist zugleich der erste Schritt zur 3-2-1-Regel, weil eine Kopie außer Haus liegt.

10. Videotelefonie einrichten und üben

Erfahrungsgemäß ist das die Funktion, die am meisten Freude bringt. Wichtig ist, dass sie mit möglichst wenigen Schritten erreichbar ist – am besten als eigenes großes Symbol auf dem Startbildschirm.

Und: einmal gemeinsam ausprobieren, solange Sie noch daneben sitzen. Was einmal geklappt hat, traut man sich beim zweiten Mal allein.

Die zehn Punkte auf einen Blick

Checkliste zur seniorengerechten Einrichtung eines Smartphones.
Einstellung Wo zu finden Wirkung
Schrift & Anzeigegröße Einstellungen → Anzeige hochbeide Regler
Kontrast Einstellungen → Bedienungshilfen hochbei Sonnenlicht
Klingelton Einstellungen → Töne hochtief wählen
Startbildschirm Symbole lange gedrückt halten und verschieben sehr hochweniger ist mehr
Notfallkontakt Einstellungen → Notfallinformationen im Ernstfallfünf Minuten
Drittanbietersperre Beim Mobilfunkanbieter beantragen sehr hochkostenlos

Der Merkzettel

Der wirksamste Tipp kostet nichts und steht in keiner Anleitung: Schreiben Sie die drei häufigsten Handgriffe auf ein Blatt Papier und legen Sie es neben den Sessel.

„Anruf annehmen: grünen Kreis nach oben schieben.“ „Foto machen: gelbes Symbol, dann großer weißer Kreis.“ Drei Zeilen wirken erstaunlich gut – besser als jede Erklärung, die nach zwei Tagen vergessen ist.

Und noch etwas

Der häufigste Grund, warum ältere Menschen ihr Smartphone kaum nutzen, ist nicht die Technik. Es ist die Sorge, „etwas kaputt zu machen“ – meist genährt durch Erklärungen, die zu schnell waren.

Deshalb nehme ich mir beim Paket Seniorenhilfe digital anderthalb Stunden Zeit, richte alles ein und erkläre es so oft, wie es gewünscht wird. Auf Wunsch mit Merkzettel zum Nachlesen. Das Paket kostet ab 60 € und findet bei Ihnen zu Hause statt – in Hildesheim, Nordstemmen, Sarstedt und Umgebung. Alle Preise stehen offen auf der Preisseite.

Häufige Fragen

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Beim Paket Seniorenhilfe digital nehme ich mir anderthalb Stunden Zeit, richte alles ein und erkläre es so oft, wie Sie möchten – auf Wunsch mit Merkzettel zum Nachlesen. Ab 60 €.