Die 3-2-1-Regel besagt: drei Kopien Ihrer Daten, auf zwei verschiedenen Medien, davon eine außerhalb der Wohnung. Praktisch heißt das: Original auf dem PC, Sicherung auf einer externen Festplatte, dritte Kopie in einem Cloud-Speicher oder auf einer zweiten Platte bei Verwandten. So übersteht Ihre Sicherung auch Einbruch, Brand und Erpressersoftware.
Die traurigsten Termine meiner Arbeit sind die, bei denen ich nicht helfen kann. Eine Festplatte mit den Fotos von zwanzig Jahren, mechanisch defekt, keine Sicherung. Manchmal lässt sich etwas retten. Manchmal nicht.
Eine Sicherung einzurichten dauert eine Stunde. Danach läuft sie von allein. Diese eine Stunde ist die beste Investition, die Sie in Ihre digitalen Erinnerungen stecken können.
Die 3-2-1-Regel
Die Regel stammt aus der Fotografie und hat sich in der IT durchgesetzt, weil sie einfach zu merken ist und die drei wichtigsten Gefahren abdeckt:
- 3 Kopien Ihrer Daten insgesamt – das Original und zwei Sicherungen.
- 2 verschiedene Medien – etwa die interne Platte und eine externe Festplatte. Fällt eine Technik aus, ist die andere unberührt.
- 1 Kopie außer Haus – in einem Cloud-Speicher oder auf einer Platte bei Verwandten. Diese überlebt Einbruch, Wasserschaden und Brand.
Die meisten Menschen sichern gegen den Festplattendefekt. Aber Daten gehen genauso durch Einbruch, Blitzschlag, versehentliches Löschen und Erpressersoftware verloren. Die 3-2-1-Regel deckt alle diese Fälle gleichzeitig ab – deshalb ist sie so robust.
Schritt 1: Festlegen, was wirklich wichtig ist
Nicht alles muss gesichert werden. Windows und Ihre Programme lassen sich neu installieren. Unersetzlich ist nur das, was Sie selbst geschaffen oder gesammelt haben:
- Fotos und Videos – meist der größte und wertvollste Teil
- Dokumente, Briefe, Verträge
- Steuerunterlagen und Rechnungen
- Das E-Mail-Archiv, falls lokal gespeichert
- Passwortdatenbank, falls Sie eine nutzen
Für die meisten Haushalte kommen so zwischen 50 und 500 Gigabyte zusammen – deutlich weniger, als die Leute vermuten.
Schritt 2: Externe Festplatte anschaffen
Nehmen Sie mindestens die doppelte Kapazität Ihrer Daten, damit auch ältere Stände Platz haben. Für die meisten Haushalte reichen 2 Terabyte; das kostet um die 70 bis 100 Euro.
Eine externe SSD ist schneller und stoßunempfindlicher, aber teurer. Für eine Sicherung, die im Schrank liegt, tut es eine klassische Festplatte – Geschwindigkeit ist hier nicht entscheidend.
Schritt 3: Automatische Sicherung einschalten
Das ist der wichtigste Schritt. Eine Sicherung, an die man denken muss, wird nach drei Wochen vergessen. Windows bringt mit dem Dateiversionsverlauf ein Werkzeug mit, das im Hintergrund läuft und ältere Fassungen mitspeichert – so kommen Sie auch an eine Datei heran, die Sie vor zwei Wochen versehentlich überschrieben haben.
Für Rechner, die abgesichert werden sollen, richte ich zusätzlich gern ein vollständiges Systemabbild ein. Damit ist nach einem Totalausfall nicht nur die Datenlage wiederhergestellt, sondern der Rechner in genau dem Zustand, den Sie kannten.
Schritt 4: Die dritte Kopie außer Haus
Hier scheitern die meisten – und genau diese Kopie rettet im Ernstfall. Zwei praktikable Wege:
| Weg | Wie es funktioniert | Aufwand |
|---|---|---|
| Cloud-Speicher | Anbieter mit Serverstandort in der EU wählen, Sicherung läuft automatisch. Bequem, monatliche Kosten, sensible Dateien vorher verschlüsseln. | automatischab ~2 €/Monat |
| Zweite Platte auswärts | Eine zweite externe Festplatte, die bei Verwandten oder im Büro liegt und alle paar Monate getauscht wird. Kostenlos, aber Sie müssen daran denken. | manuelleinmalig ~80 € |
Schritt 5: Das Zurückspielen testen
Der Schritt, den alle auslassen. Eine Sicherung, aus der noch nie eine Datei zurückgeholt wurde, ist keine Sicherung – sie ist eine Hoffnung.
Holen Sie testweise ein einzelnes Foto aus der Sicherung zurück. Wenn das funktioniert, wissen Sie: Es läuft. Wiederholen Sie den Test einmal im Jahr.
Der Sonderfall Erpressersoftware
Ransomware verschlüsselt alles, was sie erreichen kann – einschließlich der USB-Platte, die dauerhaft am Rechner hängt. Eine Sicherung, die immer angeschlossen ist, wird im Ernstfall mitverschlüsselt und ist wertlos.
Erstens: Externe Platte nach der Sicherung abziehen. Was nicht angeschlossen ist, kann nicht verschlüsselt werden.
Zweitens: Cloud-Dienst mit Versionsverlauf wählen. Dann lässt sich der Stand von vor der Verschlüsselung zurückholen, selbst wenn die aktuellen Dateien betroffen sind.
Und die Fotos auf dem Handy?
Die gehören genauso gesichert – Handys gehen verloren, fallen ins Wasser und werden gestohlen. Die automatische Fotosicherung von Google oder Apple ist ein guter erster Schritt und deckt bereits die Kopie außer Haus ab.
Für die vollständige 3-2-1-Regel kommt eine Kopie auf dem Rechner oder der externen Platte dazu. Damit hängen Ihre Erinnerungen nicht allein an einem einzigen Cloud-Konto, das gesperrt oder gehackt werden könnte.
Der häufigste Fehler
Nicht die fehlende Sicherung – sondern die, die es einmal gab. Vor drei Jahren eingerichtet, seitdem nie geprüft. Die Platte war voll, der Dienst hatte sich abgemeldet, die Software wurde bei einem Windows-Update deaktiviert. Gemerkt hat es niemand, weil eine Sicherung im Normalfall geräuschlos arbeitet.
Setzen Sie sich einmal im Jahr eine Erinnerung: Läuft sie noch? Und kommt eine Testdatei zurück?
Wenn Sie das nicht selbst einrichten möchten: Ich baue Ihnen eine Sicherung, die ohne Ihr Zutun läuft – und teste vor Ort, ob sie sich auch zurückspielen lässt. In Hildesheim, Nordstemmen und Umgebung ab 49 €, per Fernwartung ebenfalls möglich. Ist bereits etwas verloren gegangen, hilft die Datenrettung weiter – die Ersteinschätzung kostet nichts.
Häufige Fragen
Sie ist ein guter Anfang, aber allein nicht genug. Liegt die Platte neben dem Rechner, treffen Einbruch, Blitzschlag oder Wasserschaden beide gleichzeitig. Und wenn sie dauerhaft angeschlossen ist, verschlüsselt Erpressersoftware sie gleich mit. Deshalb die dritte Kopie außer Haus.
Für Fotos und normale Dokumente bei einem seriösen Anbieter mit Serverstandort in der EU: ja. Bei besonders sensiblen Unterlagen verschlüsseln Sie die Dateien vor dem Hochladen. Wichtiger als die Frage nach der Cloud ist, dass überhaupt eine Sicherung existiert.
So oft, wie Sie bereit sind, Arbeit zu verlieren. Wer täglich am Rechner arbeitet, sichert täglich. Für die meisten Privathaushalte reicht eine wöchentliche automatische Sicherung – Hauptsache, sie läuft ohne dass jemand daran denken muss.
Die gehören genauso gesichert. Handys gehen verloren, fallen ins Wasser und werden gestohlen. Die automatische Fotosicherung von Google oder Apple ist ein guter Anfang; für die 3-2-1-Regel kommt eine Kopie auf dem Rechner oder der externen Platte dazu.
Ja – aber nur, wenn sie nicht dauerhaft mit dem Rechner verbunden ist. Ransomware verschlüsselt alles, was sie erreicht, einschließlich angeschlossener USB-Platten. Deshalb: Platte nach der Sicherung abziehen oder eine Cloud mit Versionsverlauf nutzen, aus der sich ältere Stände zurückholen lassen.
Sicherung einrichten lassen
Ich richte Ihnen eine Sicherung ein, die ohne Ihr Zutun läuft – und teste, ob sie sich auch wirklich zurückspielen lässt. Vor Ort in Hildesheim und Umgebung ab 49 €.
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