Als Faustregel gilt: Kostet die Reparatur mehr als die Hälfte des Neupreises eines gleichwertigen Geräts, lohnt sich der Neukauf. Bei Rechnern ab etwa acht Jahren rate ich fast immer zum Neugerät. Drei Ausnahmen sprechen trotzdem für die Reparatur: eine SSD-Nachrüstung, eine Speichererweiterung und jeder Defekt an einem sonst gut ausgestatteten Gerät unter vier Jahren.
Diese Frage bekomme ich bei fast jedem zweiten Einsatz gestellt – und sie ist berechtigt. Niemand steckt gern 200 Euro in ein Gerät, das ein halbes Jahr später endgültig aufgibt. Umgekehrt ist es Verschwendung, einen brauchbaren Rechner wegzuwerfen, weil ein Bauteil für 60 Euro streikt.
Es gibt eine einfache Faustregel. Und es gibt drei Ausnahmen, bei denen sie nicht gilt.
Die 50-Prozent-Faustregel
Kostet die Reparatur mehr als die Hälfte dessen, was ein gleichwertiges neues Gerät kostet, lohnt sich der Neukauf. Liegt sie darunter, lohnt sich die Reparatur.
Ein Beispiel: Ein vier Jahre alter Laptop, vergleichbares Neugerät für 600 Euro. Ein Displaytausch für 180 Euro liegt deutlich unter der Hälfte – reparieren. Mainboard-Schaden für 350 Euro liegt darüber – ersetzen.
Die Regel funktioniert, weil sie zwei Dinge zugleich berücksichtigt: den Wert des Geräts und die Wahrscheinlichkeit weiterer Ausfälle. Denn wo ein teures Bauteil ausfällt, sind die anderen meist gleich alt.
Der zweite Faktor: das Alter
Die Faustregel allein reicht nicht, denn ein sehr altes Gerät ist auch dann keine gute Investition, wenn die Reparatur billig ist. Grobe Orientierung:
| Alter | Einschätzung | Tendenz |
|---|---|---|
| Bis 4 Jahre | Das Gerät hat noch reichlich Lebenszeit vor sich. Reparieren lohnt sich fast immer. | reparierenklar |
| 5 bis 7 Jahre | Hier greift die 50-Prozent-Regel. Aufrüstungen wie SSD oder Arbeitsspeicher lohnen weiterhin. | abwägenRegel anwenden |
| Ab 8 Jahren | Bauteile sind am Lebensende, Ersatzteile werden knapp, aktuelle Systeme laufen zäh. | ersetzenmeist |
Die drei Ausnahmen
Ausnahme 1: Eine SSD nachrüsten
Für 60 bis 100 Euro inklusive Einbau wird aus einem zähen Rechner ein flottes Gerät. Kein anderer Eingriff bringt so viel für so wenig Geld. Diese Aufrüstung empfehle ich auch bei sieben Jahre alten Rechnern ohne Zögern – vorausgesetzt, der Rest ist in Ordnung. Warum das so viel ausmacht, steht im Beitrag Der PC ist langsam geworden.
Ausnahme 2: Arbeitsspeicher erweitern
Ein Rechner mit 4 GB tut sich mit aktuellem Windows schwer. Die Erweiterung auf 8 oder 16 GB kostet meist unter 60 Euro und verlängert die sinnvolle Nutzungsdauer um Jahre.
Ausnahme 3: Ein sonst gut ausgestattetes Gerät
Wenn ein Rechner überdurchschnittlich ausgestattet war – kräftiger Prozessor, viel Speicher, gutes Display – ist er auch nach sechs Jahren noch besser als ein neues Einsteigergerät. Hier lohnt die Reparatur oft über die Faustregel hinaus.
Was sich selten lohnt
- Mainboard-Tausch – teuer in Material und Arbeit, und meist ist das Gerät dann ohnehin alt.
- Displaytausch bei alten Einsteiger-Laptops – ein Ersatzdisplay für 150 Euro in einem Gerät, das neu 400 Euro gekostet hat.
- Wasserschaden mit verzögerter Reaktion – wurde das Gerät nach dem Kontakt noch eingeschaltet, breitet sich Korrosion aus. Die Erfolgsquote sinkt dann deutlich.
- Aufrüstung eines Rechners, der Windows 11 nicht unterstützt – Sie investieren in ein System, das keine Sicherheitsupdates mehr bekommt. Mehr dazu unter Windows 10 ohne Updates.
Was unabhängig von der Entscheidung gilt
Ganz gleich, wie Sie sich entscheiden – Ihre Daten sind ein eigenes Thema. Sie sind in aller Regel wertvoller als das Gerät, in dem sie stecken.
Sichern Sie Ihre Daten. Auch ein Gerät, das noch startet, kann beim nächsten Einschalten schweigen. Wie eine Sicherung aussieht, die im Ernstfall trägt, steht im Beitrag Datensicherung zu Hause.
Fällt die Entscheidung auf ein neues Gerät, nehme ich Ihre Daten mit: Dokumente, Fotos, Favoriten und E-Mail-Konten wandern beim Datenumzug ab 79 € auf den neuen Rechner. Der alte wird auf Wunsch sicher gelöscht, damit nichts zurückbleibt.
Warum ich manchmal von der Reparatur abrate
Ich verdiene an einer Reparatur. Trotzdem sage ich regelmäßig, dass sich eine nicht lohnt – und schicke Leute mit einer Empfehlung nach Hause, statt eine Rechnung zu schreiben.
Der Grund ist einfach: Wer nach acht Monaten wieder dasteht, weil das nächste Bauteil ausgefallen ist, kommt zu Recht kein zweites Mal. Eine ehrliche Auskunft ist auf lange Sicht das bessere Geschäft für beide Seiten.
Wenn Sie eine Einschätzung möchten: Diagnose und Kostenvoranschlag sind kostenlos. PC-Reparatur und Laptop-Reparatur starten bei 49 € zuzüglich Ersatzteil. Was was kostet, steht offen auf der Preisseite.
Häufige Fragen
Ein Desktop-Rechner hält bei normaler Nutzung sechs bis zehn Jahre, Laptops eher vier bis sieben – sie sind wärmer, enger gebaut und werden bewegt. Entscheidend ist weniger das Alter als die Frage, ob das Gerät noch Sicherheitsupdates bekommt und für Ihre Aufgaben schnell genug ist.
Fast immer. Für 60 bis 100 Euro inklusive Einbau bekommen Sie einen Rechner, der sich anfühlt wie neu. Das ist der einzige Eingriff, bei dem ich auch bei sieben Jahre alten Geräten ohne Zögern zurate – vorausgesetzt, der Rest ist in Ordnung.
PC- und Laptop-Reparaturen starten bei 49 Euro zuzüglich benötigter Ersatzteile. Die Diagnose und der Kostenvoranschlag sind kostenlos – Sie erfahren also vorher, worauf Sie sich einlassen, und entscheiden dann.
Technisch fast immer, wirtschaftlich nicht immer. Ein Austauschdisplay kostet je nach Modell zwischen 80 und 250 Euro plus Arbeit. Bei einem drei Jahre alten Gerät lohnt sich das; bei einem sieben Jahre alten Einsteiger-Laptop meist nicht.
Die nehme ich mit. Der Datenumzug vom Alt-PC kostet ab 79 Euro und umfasst Dokumente, Fotos, Favoriten und E-Mail-Konten. Der alte Rechner wird auf Wunsch anschließend sicher gelöscht, damit nichts zurückbleibt.
Sie wollen eine ehrliche Einschätzung?
Ich schaue mir das Gerät an und sage Ihnen, was ich an Ihrer Stelle täte – auch wenn die Antwort lautet, dass sich eine Reparatur nicht lohnt. Diagnose kostenlos, Reparatur ab 49 €.
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